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Aus der eigenen Not heraus, (wo lässt man das eigene Rind schlachten?), Probleme beim Schlachtvorgang im Kreis befreundeter Rinderhalter und seriösen Berichten, von beim Tötungsvorgang entlaufenen Rindern, bohrte immer wieder der Gedanke, wie kann man es besser machen, vor allem im Sinne des Tieres. Halbherzige Lösungen, die mit stressigen Erlebnissen auf dem letzten Gang des Rindes verbunden wären, kamen für uns in keinster Weise in Frage. Doch die hiesige Infrastruktur („aussterbende“ kleine Schlachtereien um die Ecke, weite Wege zum nächsten EU-zertifizierten Schlachthof) ließen an der üblichen Art ein Weiderind schlachten zu lassen, immer mehr Zweifel aufkommen. Unsere erste Hausschlachtung eines Gallowaybullen auf heimischem Boden, überzeugte uns völlig. Kein Transport, kein Stress für das Tier, sondern ein schneller, schmerzfreier Tod. Von der deutlich besseren Fleischqualität gar nicht zu reden.


Für den Eigenbedarf schön und gut. Doch um als Landwirt Fleisch in die Vermarktung bringen zu können, müssen die entsprechenden Gesetzlichkeiten beachtet und erfüllt werden. Das heißt, die Ausschlachtung und Zerlegung des Tierkörpers muss in einer EU-zertifizierten Schlachtstätte erfolgen. Doch was tut man, wenn diese zu weit weg ist, nur an bestimmten Tagen oder gar keine, zuvor auf der Weide getöteten, Tiere annimmt.


Je mehr wir uns mit diesem Thema auseinander setzten, umso mehr traf uns die Erkenntnis, dass nur wegen der Schlachtungsprobleme, in manchen Gegenden eine Rinderhaltung außerhalb der industriellen Struktur bald nicht mehr möglich sein wird. Parallel dazu bekamen wir immer mehr Nachfragen, ob wir denn nicht Fleisch aus unserer naturnahen Haltung zu verkaufen hätten.

Also Ärmel hoch gekrempelt, die Sachkundeprüfung zum Kugelschuss auf der Weide erfolgreich erworben und somit die erste Voraussetzung geschaffen. Dank der Unterstützung unseres Veterinäramtes wurde diese Hürde trotz Aufregung und einiger schlaflosen Nächte genommen. Doch laut aktueller EU-Gesetzgebung wird der KadW nur in Ausnahmefällen genehmigt.

Also muss eine andere Lösung her:


Mobile Schlachtung


empfohlen in der Schlachtstudie des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft 2015


Wer das Thema "Mobile Schlachtung" googelt, wird viel dazu finden.

Wissenschaftliche Studien und Forschungsprojekte belegen den Zusammenhang zwischen Stress und Fleischqualität.

Der Trend zu mehr Tierwohl unterstützt den Sinn einer angst- und stressfreien Schlachtung.

Doch zwei markante Punkte verhindern seit Jahren die entsprechende Umsetzung:

Die aktuelle Gesetzeslage und die Wirtschaftlichkeit.

 

Denn es ist Fakt: mobile Schlachtung ist teurer, als in einem auf Masse getrimmten Schlachthof.

 

Wir möchten helfen, die Theorie der friedlichen hofnahen Schlachtung in die Praxis umzusetzen.

Dies bedeutet in erster Linie:

  • Auseinandersetzung mit den EU-Verordnungen
  • Weiterbildung durch Erwerb von entsprechenden Sachkundenachweisen
  • Tests und Weiterentwicklung der derzeit auf den Markt kommenden mobilen Schlachttechnik
  • Erfahrungsaustausch mit ebenfalls zu diesem Thema engagierten Personen
  • sachliche und Skepsis abbauende Zusammenarbeit mit den entsprechenden Behörden
  • Aufklärung der Verbraucher zu den höheren Preisen von angst- und schmerzfrei geschlachtetem Fleisch
  • Aufbau eines Netzwerkes von Personen und entsprechender Technik (Fleischernachwuchs ist rar!)
  • Beantragung und Organisation von Fördermitteln und Finanzen, um in naher Zukunft entsprechendes Equipment für die Mobile Schlachtung anschaffen zu können.

 

Diese Liste lässt sich mit vielen Punkten erweitern, es gibt viel zu tun!!

Gern können Sie uns mit konstruktiver Hilfe unterstützen.

"Glückliches" Fleisch